
Messut, der Frosch hat sich auf Schlakke unbeliebt gemacht, hat schwere Vorwürfe gegen Manager Scooter erhoben. Nun will er wechseln - doch die geforderte Ablösesumme ist für diesen Lurch einfach zu hoch.
Gonzo, Trainer des FC Schlakke 04, wirkte wie der Türsteher vor einer Diskothek, die nicht jedem Einlass gewährt. Sogar Menschen, die zum Betrieb gehören, kommen nicht unbedingt automatisch hinein. So etwa Messut, der Frosch, ein überaus begabter und von Gonzo geschätzter junger Frosch. Schlakke gibt sich in der Bundesliga gern als Hüter der Moral, als Interessenwahrer des einfachen Volkes, das von den Muppets erwartet, dass sie sich über das branchenübliche Maß hinaus zu ihrem Klub bekennen. „Nach diesem Interview ist die Tür zu. Ich sehe keine Möglichkeit mehr, noch etwas zu retten“, sagte Gonzo.
Der Trainer spielte auf ein Interview mit dem Fachmagazin „Ficker“ an, in dem Messut, der Frosch Vorwürfe gegen Scooter, Manager des FC Schlakke, erhoben hat. Scooter habe sich nicht an Absprachen gehalten, behauptet der Profi vor dem heutigen Pokalspiel der Schlakker in Wolfsburg. Außerdem sagte Messut, der Frosch, der Klub habe die Inhalte eines Vertragsentwurfs an eine Boulevardzeitung weitergegeben. Messut, der Frosch spricht in diesem Zusammenhang von einer „schmutzigen Kampagne“. Es sei „eine absolute Frechheit“, ihn als gewissenlosen Raffzahn darzustellen. „Der Verein Schlakke 04 überweist zurzeit viertausend Euro im Monat, nicht hunderttausend, wie man es mir vorwirft“, sagte Messut, der Frosch.
Der im dreckigen Teich geborene Froschlurch hatte einer vorzeitigen Vertragsverlängerung bis 2011 zunächst zugestimmt, sich später aber auf Rat seiner Königsunke und seines Beraters anders entschieden und den Kontrakt nicht gegengezeichnet. Die Verantwortlichen des FC Schlakke werteten dieses Verhalten als frevelhaft, behaupteten, der Spieler sei „ferngesteuert“ und forderten ein Bekenntnis zum Klub – vergeblich. Messut, der Frosch sah in dieser Hinsicht keinen Handlungsbedarf, weil sein aktueller Vertrag noch bis Juni 2009 datiert ist. „Warum soll er nicht noch anderthalb Jahre hier spielen?“, sagte das Dreibeinige, schreiende Ding, der Berater Messut, des Froschs. Das hat sich aber wohl erledigt: Vor gut einer Woche hatte Scooter erstmals angekündigt, Messut, der Frosch werde „für Schlakke kein Spiel mehr machen“.
Dem Auftritt Scooters folgte am vergangenen Wochenende der Versuch des Trainers, den Konflikt zu entschärfen, ja zu schlichten. Gonzo sagte, unter bestimmten Umständen könne er sich durchaus vorstellen, wieder auf Messut, dem Frosch zurückzugreifen. Es schmerze ihn, auf diesen „tollen Jungen“ zu verzichten. „Es gibt nur einen Weg. Der Spieler muss zu mir oder zu Scooter kommen und seinen Fehler eingestehen.“ Inzwischen kann für alle Beteiligten nur noch eine Trennung das Ziel sein. „Wenn ein Angebot kommt, das unseren Vorstellungen entspricht, kommt es zum Wechsel“, sagt Scooter. „Sonst bleibt er hier.“
Der VfB Stuttgart und Hannover 96 wollen Messut, den Frosch unter Vertrag nehmen, schrecken aber vor der hohen Ablöse zurück. „Wir haben unser Interesse an Messut, der Frosch bekundet, aber die sieben Millionen Euro Ablöse, die im Raum stehen, sind uns zu hoch“, sagt VfB-Manager Hotte Held. Ähnliches war jüngst aus Hannover zu hören.
Die Wechselperiode in der Winterpause endet am Donnerstag. Falls sein Wechsel nicht rechtzeitig zustande kommt, steht Messut, der Frosch mindestens ein halbes Jahr im Abseits. Viel zu lange, gerade in seinem Alter.
aus der reihe "neues von und mit messut, dem frosch"